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Projekt Echolot – Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im BdP

Liebe Stammesführungen, liebe Freund*innen, 

in den letzten Jahren wurde an vielen Stellen öffentlich über sexuellen Missbrauch in Institutionen wie Kirchen, Schulen und Internaten diskutiert. Bis heute werden immer weitere Fälle bekannt. Manche davon sind aktueller, andere liegen weiter in der Vergangenheit. Vielleicht hast du auch die Berichte über die US-amerikanischen Boyscouts (BSA) gelesen, bei denen es sehr hohe Zahlen von Betroffenen gibt. 

Auch wir wissen: In unserem Verband - bei den Pfadfinderinnen und Pfadfindern im BdP -  gab es sexuelle Gewalt und Missbrauch. Und leider müssen wir annehmen, dass auch bei uns weggesehen und lange geschwiegen wurde. Betroffenenleid wurde nicht oder nicht angemessen anerkannt oder Betroffenen nicht geglaubt. Ein aus heutiger Sicht ein unerträglicher Zustand. 

Seit 2005 gibt es im BdP eine aktive Präventionsarbeit, ein Netzwerk mit Vertrauenspersonen und entsprechende Informationen und Kontaktmöglichkeiten für unsere Mitglieder und mögliche Betroffene. Seit dieser Zeit gibt es ein Schutzkonzept, dass Missbrauch vorbeugen und Betroffenen helfen soll. 

Weil wir wissen, dass wir ein gutes Präventionskonzept im BdP haben, eine gute Präventionsarbeit aber immer auch mit vergangenen Versäumnissen und deren Reflexion einhergehen muss, hat die Bundesversammlung 2016 beschlossen eine Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Verband zu beginnen. Ein wissenschaftliches Institut, das Institut für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP), wird dazu im Frühjahr 2021 mit einer umfangreichen Studie beginnen.  

In einem ersten Schritt wird das Institut Interviews mit BdP-Mitgliedern führen, die die Aufarbeitung mit angestoßen haben oder in der aktuellen Bundesleitung sind. Voraussichtlich im Juni, gegebenenfalls aber auch erst im September 2021 wird durch das IPP ein öffentlicher Aufruf gestartet. Personen, die sich darauf melden, werden durch das IPP interviewt. Gleichzeitig werden die Wissenschaftler*innen Akten des BdP sichten und nach weiteren Anhaltspunkten suchen. 

Das bedeutet, dass möglicherweise auch auf euch Eltern, ehemalige Mitglieder und Betroffene zukommen werden, um ihre Geschichte zu erzählen, Fragen zu stellen und Antworten zu fordern.  

Wichtig ist zu wissen, dass ihr NICHT dafür verantwortlich seid diesen Bedürfnissen allen zu begegnen. Es gibt mehrere Anlaufstellen, auf die ihr verweisen könnt und die euch diese Last größtmöglich abnehmen können. Gerade das Gespräch mit Betroffenen von Missbrauch kann sehr belastend sein und wir weisen darauf hin, dass tiefer gehende Gespräche durch fachlich qualifiziertes Personal geführt werden sollten!

Ansprechpersonen für solche Anfragen findet ihr beim Arbeitskreis Aufarbeitung, im Arbeitskreis intakt, in eurer Landesgeschäftsstelle sowie im Bundes- und Landesvorstand. 


Damit ihr aber auf erste Anfragen von Eltern und ehemaligen Mitgliedern vorbereitet seid, haben wir ein Paket zusammengestellt, welches manches aus der Präventionsarbeit enthält und euch auch konkrete Hilfen für Gespräche und Meldungen zum Thema der Aufarbeitung bietet.  

Die folgenden Materialien unterstützen euch bei eurer Arbeit:

FAQ (Fragen und Antworten)

Präventionsmaterialien des AK intakt

GesprächsleitfädenEinen AblaufplanHilfreiche / Weiterführende WWW

Hier haben wir alle wichtigen Fragen zum Thema Aufarbeitung zusammengefasst. Das FAQ wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt. Gern könnt ihr direkt darauf verweisen. 

 

Broschüre zur Prävention von sexualisierter Gewalt

 

Plakate zum Thema:

  • Was tun, wenn sich mir jemand anvertraut?
  • Was tun bei Verdacht?
  • Wenn jemand etwas tut, was deine Grenzen überschreitet

Gesprächsleitfäden für Gespräche mit Betroffenen, Beobachtenden, Eltern und anderen Mitgliedern

der zeigt wie ihr bei einem Anruf/einer Kontaktaufnahme Schritt für Schritt am besten vorgeht.

 

https://www.pfadfinden.de/kinderschutz/


https://nina-info.de/hilfetelefon.html

https://bdp.de/faq-aufarbeitungPublikationenGesprächsleitfädenFlowchart



Darüber hinaus bieten wir euch an Online-Meetings an, bei denen wir das Vorhaben ausführlich vorstellen und alle Fragen, die sich euch stellen beantworten. Der nächste Termin ist:


  08.10.2020 – 19:30 bis max. 21:30 Uhr

https://bdp.de/EcholotMeeting3 

Zur Teilnahme müsst ihr euch nur unter dem Link anmelden! 



So schwer das Thema der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch auch scheint, ist es wichtig sich damit auseinanderzusetzen. Wir möchten gemeinsam mit euch die Zukunft des Pfadfindens entwerfen und dafür braucht es den ungeschönten Blick auf die Vergangenheit. Wir können das Geschehene nicht ungeschehen machen, stellen uns aber der Verantwortung und wollen aus möglichen Fehlern lernen. Wir danken euch für eure Unterstützung die letzten Jahre und können euch versichern, dass man sich bei diesem Thema nie auf alle Situationen vorbereiten kann. Wir können aber versuchen so gut vorbereitet wie möglich zu sein, alles dafür zu tun dass der BdP ein täterunfreundlicher Ort ist und gemeinsam für die Idee des Pfadfindens einzustehen. 


Viele Grüße und Gut Pfad! 

Marcus ‚Flipper‘ Lauter 

Bundesschatzmeister 






Fragen oder Anregungen zu unserer Arbeit können gern an aufarbeitung@pfadfinden.de gestellt werden. 

Gerne kannst Du uns aber auch persönlich ansprechen! https://bdp.de/ak-aufarbeitung

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